Noch bis in die 60er Jahre benutzten viele Balinesen zum Essen und Trinken
Bananenblätter und Kokosnußschalen, Kaffee und Tee wurde in Bambusbehältern serviert. Keramikteller und
-tassen waren Luxusartikel, die sich nur wohlhabende Leute und Angehörige der oberen Kasten
leisten konnten. "Gewöhnliche" Balinesen benutzten Porzellan allenfalls für rituelle Zwecke, beispielsweise als Behälter
für heiliges Wasser. Nach dem Ritual wurden die kostspieligen Gefäße wieder an einem sakralen Ort
aufbewahrt.
Zwischen dem 8. und 14. Jahrhundert ließen die balinesischen Könige aus Java,
Sumatra, Kalimantan und weiteren Inseln des indonesischen Archipels sowie aus China und anderen
asiatischen Ländern eine Vielzahl von Keramikprodukten importieren. Einige dieser kostbaren Gegenstände wie z.B.
Porzellane aus China, Keramiken aus Japan, Siam und sogar aus Europa kann man im Bali Museum in
Denpasar besichtigen. Die besonders wertvollen chinesischen Porzellane stammen zum Teil aus der Yuan Dynastie
(13.-14. Jh.), aus der Ming Dynastie (14.-17. Jh.) und aus der Ching Dynstie (17. Jh.). Europäische
Keramiken und Porzellane wurden hauptsächlich von den Holländern nach Bali gebracht.
Heute sind Keramik- und Porzellanfabrikate auch in Bali keine Luxusartikel mehr.
Sie sind in fast jedem Haushalt zu finden und werden für rituelle Zeremonien und als Eßgeschirr
verwendet.