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Musikinstrumente auf Bali und Lombok

 

Gamelan-Musik findet man in Indonesien bereits seit ungefähr 1.500 Jahren. Man weiß heute, daß die ersten Gamelaninstrumente bereits zu der Zeit gebaut wurden, als die Menschen in Asien die Herstellung von Bronze erlernten. Die Ursprünge der Gamelan-Musik liegen in Java. Das Wort Gamelan bedeutet soviel wie "anfassen".

In Bali und Teilen von Lombok wird diese traditionelle Musik von einem Gamelan-Orchester aufgeführt. Das ist ein Perkussion-Ensemble, das überwiegend aus Bronzemetallophonen (Instrumente mit gestimmten Metallkörpern, ähnlich dem Xylophon), Gongs, Zimbeln und Rasseln besteht und von Trommeln dominiert und geführt wird. Bei manchen Musikstücken wird das Orchester durch Flöten- und Saiteninstrumente ergänzt. Die Musik basiert auf rythmischen und melodischen Zyklen, die durch Gongs akzentuiert werden. Viele Orchester spielen für Touristen.

 

Zwei Gamelan-Musiker am Trompong

 

 

Die meisten Dörfer auf Bali besitzen mindestens einen Satz Gamelan-Instrumente für rituelle Anlässe. Einige Instrumentensätze werden nur bei religiösen Zeremonien gespielt. Es existieren ungefähr fünfzehn Gamelanorchester-Zusammen stellungen, die sich je nach Region oder Anlaß unterscheiden. Das kleinste Ensemble mit vier Musikern gehört zum Wayang Kulit Schattentheater, das größte mit bis zu 40 Personen spielt bei Tempelfesten und großen Familienfeiern.

 

 

 

Ein komplettes Gamelan-Ensemble besteht aus ca. 80 Instrumenten, die von 30 bis 40 Musikern gespielt werden. Die meisten Gamelan-Orchester bestehen aus mehreren Paaren von Metallo seinen durchdringenden, flimmernden Klang verleihen. Jedes Gamelan hat eine eigene Stimmung; man kann die Instrumente daher auch nicht zwischen den Orchestern austauschen. Der Gong Kebyar ist Balis neueste, beliebteste und komplexeste Form des Gamelan. Das Belaganjur, ein marschierendes Orchester mit Becken und Trommeln, erzeugt einen lauten, krachenden Klang, um böse Geister aus dem Weg zu scheuchen.

 

In der Gamelan-Musik kennt man keine Einzelvorträge oder Melodien, die mitgesungen werden können. Während in der westlichen Musik die Oktave aus sieben Intervallen mit Halb- und Ganztönen, die nochmals in zwölf Halbtonschritte unterteilt ist, besteht, hat die balinesische Oktave in der Regel nur fünf Töne. Es existieren drei Tonleitern mit je fünf Tönen. Halbtöne gibt es nicht. Je nach Anlaß werden unterschiedlich viele Töne verwendet, bei einer Verbrennungszeremonie beispielsweise nur vier Töne. Trommeln spielen eine wichtige Rolle in der Musik Lomboks. Die musikalischen Traditionen der Insel geben sowohl hindu-budhistische als auch islamische Formen mit Ursprüngen in Java und Bali wieder.

 

 

Tambur

 

Gamelan Bungbung

 

Die Herstellung der Gamelan-Instrumente erfolgt auch heute noch von Hand, wobei strenge traditionelle Regeln beachtet werden müssen. Gamelan-Instrumente können aus Bronze, Messing oder Eisen angefertigt werden. Wegen ihres weichen, vollen und satten Klanges verwendet man aber vorzugsweise Bronze. Die besten Bronzeschmiede Balis findet man in Tihingan bei Klungkung.

 

 

Die Gamelan-Instrumente

Die verschiedenen Instrumentengruppen des Gamelan-Orchesters haben unterschiedliche Aufgaben. Neben den den Rhythmus vorgebenden Trommeln gibt es Instrumente, die melodietragende, interpunktierende und umspielende Rollen haben.

Kendang (Trommeln)

Sie bestimmen den Grundrhythmus und folgen den Bewegungen der Tänzer oder Wayang Kulit-Puppen. Da die Trommel die Aufgabe eines Dirigenten übernimmt, darf sie nur von geübten, erfahrenen Musikern gespielt werden. Die wichtigsten Trommeln sind Kendang gending, Kendang ketipung und Kendang ciblon.

Slenthem

Große flache Bronzeklangstäbe schweben an Seilen über Bambusresonatoren und werdendurch die Schläge eines Holzschlegels mit stoffbeschichtetem Kopf zum Klingen gebracht.

Saron peking

Von links nach rechts ansteigende Bronzeklangstäbe, die auf einem ausgehöhltem Holzblock liegen. Man benutzt zum Spielen einen leichten Hammer aus Horn.

 

Saron barung

Sieht aus wie das Saron peking, klingt aber eine Oktave tiefer und spielt mit dem Saron demung die Hauptmelodie. Man schlägt es mit einem Holzhammer. Das Saron demung sieht aus wie das Saron barung, ist aber noch eine Oktave tiefer.

Gongs

Bronzegongs in den Stimmungen hoch, mittel und tief sind das Herz des Gamelan-Orchesters. Sie werden mit gepolsterten Schlegeln, Stöcken oder der geballten Faust geschlagen, um nachklingende Töne zu produzieren, die die Melodie der anderen Instrumente noch mehr hervorheben. Die Bronze alter Gongs wird auch zur Herstellung von neuen Gongs verwendet. Der größte und tiefste Gong ist mit einem Durchmesser von mindestens 90 cm der Gong ageng, etwas kleiner der Gong suwukan.

Bonang

Bongan sind kleine, in hölzernen Rahmen aufgehängte Kessel. Beim Bonang barung, der über einen Tonumfang von zwei Oktaven verfügt, liegen die runden, flachen, mit kleinen Kuppen versehenen Bronzeklangkörper in zwei Reihen nebeneinander. Die erste Reihe umfaßt die tiefe Töne, die zweite die hohen. Das Bonang panerus ist etwas kleiner und eine Oktave höher, als das Bonang barung und spielt mit diesem zusammen Abwandlungen der Hauptthemen.

Kenong

Kenong sind Kesselgongs, die auf Seilen liegen, welche über ein verziertes Holzgestell gespannt wurden. Geschnitzte Pelawah ( Instrumentenständer ) werden für jedes Orchester speziell angefertigt. Bambusresonatoren verstärken die bronzenen Klangkörper. Die Töne des Kenong wechseln sich ab mit denen des Kempul, Kethuk und Kempyang, die sich jeweils durch dunklere bzw. hellere Klangfarben unterscheiden.

Gender barung

Das Gender barung sieht aus wie das dem Slenthem, sein Tonumfang umfaßt aber zweieinhalb Oktaven. Es ist ein schwierig zu spielendes Instrument mit einem wunderschönen betörendem Klang. Das Gender panerus ist etwas kleiner und eine Oktave höher.

Rebab

Die Rebab ist ein zweisaitiges, langes Streichinstrument mit einem gewölbten Resonanzkörper. Dieser wird von einer dünnen Tierhaut überspannt, auf der der Steg befestigt wurde. Gespielt wird die Rebab mit einem Bogen, der von der Hand des Musikers unter Spannung gehalten wird. Die Töne sind ähnlich den Tönen einer Geige. Sie ist das am schwierigsten zu spielende Instrument des Gamelanorchesters.

Suling

Suling sind Bambusflöten verschiedener Stärken und Längen. Die Spieler benutzen eine besondere Atemtechnik, um einen kontinuierlichen Klangfluß zu erzeugen.

Tilempang

Das Tilempang sieht aus und klingt wie eine Art Zither.

 

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