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Unsere
zweite Balireise im April 2002
Nach einem unendlich langen Flug kam Bali in Sicht, oder vielmehr die
Lichter von Bali, denn es war schon recht spät, gegen 19:00. Damals gab
es keine Wartezeiten durch Visa, aber wir waren anscheinend nicht das
einzige gerade angekommene Flugzeug. Der Beamte, der die Pässe
kontrollierte, war ein wenig genervt oder vielleicht auch nur gelangweilt
und guckte auch dementsprechend. Ich war aber einfach total happy, wieder
auf Bali zu sein. Also lächelte ich ihn an, wünschte ihm einen "Selamat
Malam" und bedankte mich mit "Terima Kasih" und... er
strahlte mich an. Ja, wir sind wieder auf Bali! Hier ist es so einfach,
die Menschen zum Lächeln zu bringen. Wir fragten uns, ob wir unsere
Freunde wohl morgen gleich am Strand treffen würden... Ist das alles
aufregend!!!
Eine halbe Stunde später ca. waren wir im Hotel,
und an der Rezeption wurde uns gesagt, daß zwei Männer hier gewesen
seien, die aber um 20:00 wiederkommen wollten. Made??? Haben uns schnell
ein wenig frisch gemacht nach dem langen Flug, und dann klingelte auch
schon das Telefon: "Two men in the lounge!" Ich war so aufgeregt
und ging schön HINTER meinem Mann. Ob er sich doll verändert hat und wir
ihn sofort wiedererkennen? Es war schon kein Lächeln mehr, vielmehr
ein Grinsen... ja, eindeutig Made!
Er war mit einem Freund dort und kam sofort auf
uns zu, und wir umarmten uns lachend. Nachdem wir eine Weile erzählt und
erfahren hatten, daß das Baby vor 2 Wochen geboren wurde, fragte er uns,
ob wir müde seien. Eigentlich war ich hundemüde gewesen, aber nun...
Wenn Made so fragt, hat er etwas vor, und hätte ich gesagt, ich sei ein
bisschen müde, hätte ich es bestimmt nicht erfahren, weil er für sich
behalten hätte. So genau kannten wir unseren Freund schon. Er schlug vor,
ein zweites Moped von einem Kumpel zu besorgen und mit uns zu seiner
Familie nach Denpasar zu fahren.
Juchhu! Das hätte ich mir nicht träumen
lassen....und los ging es. Mein Mann fuhr bei dem sehr netten Freund mit
und ich bei Made. Es war so herrlich, wieder durch die bekannten Straßen
zu fahren, diese angenehme Wärme und dieser typische balinesische
Geruch... Wie die Mädels wohl aus sehen... und das kleine Baby? Nengah
hatte wohl nicht mehr mit uns gerechnet und lachte, als wir mit einem Mal
vor ihr standen und sie umarmten. Made fuhr noch einmal los und besorgte
etwas zu essen für uns. Lecker Sate und Reis! Welch ein Festessen!
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Dies ist der kleine
Komang. Damals hatte er noch keinen Namen, da er diesen erst nach einer
Zeremonie bekommt... ich glaube nach 2 Monaten ? Nach der langen Zeit, bin
ich mir da nicht mehr so sicher...
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Die beiden
Mädchen lagen im Wohnzimmer auf dem Teppich und schliefen schon, als wir
ankamen und waren dementsprechend gelaunt, als der böse Papa sie grinsend
weckte... Putu wird immer hübscher und wird wohl mal so manches Männerherz
brechen... Eigentlich heißt sie Ni Luh, aber es ist schwierig, dies aus
unserem Kopf zu bekommen, da Made sie uns damals so vorgestellt hat. Sie
sieht ihrem Vater sehr ähnlich und die kleine Made ihrer hübschen
Mutter. Das dem Namen vorangestellte "Ni" bedeutet weiblich und
"I" männlich. Es gibt dazu eine schöne Erläuterung auf www.warungnet.de
Ich muß das mit dem Namen hier erwähnen, weil sonst wahrscheinlich
Missverständnisse aufkommen würden. Denn wir nennen sie nicht mehr
"Putu", nachdem sie uns unmissverständlich erklärt hat, daß
sie "Ni Luh Suwenten" heißt. War sehr lustig, und der
"schuldige" Papa grinste nur...
Wir hatten ein paar Geschenke für alle
mitgebracht und irgendwann wurden sie dann auch interessant für die Mädchen.
Sie waren recht schnell wieder munter, und es wurde sehr lustig. Ni Luh
nahm ganz stolz ihren kleinen Bruder auf den Schoß. Man, war der süß
und so friedlich! Es war ein wenig schwierig, eine richtige Unterhaltung
zustande kommen zu lassen: Es war spät, alle schon ziemlich müde, dann
die ungewohnte Sprachbarriere und nicht zu vergessen die vergangenen 2 1/2
Jahre. Aber wir waren alle glücklich...
Made und sein Freund brachten uns dann zum Hotel
zurück, und wir verabredeten uns für den nächsten Tag am Strand, so
gegen 10:00. Nengah und die Mädchen werden wir erst in den nächsten
Tagen sehen können, da sie mit dem Baby zu Hause bleiben.
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Wir hatten
viel Schlaf nachzuholen... Daher kamen wir erst spät zum Frühstück, und
um 10:00 am Strand konnte auf keinen Fall etwas werden. Aber meist ist
Made auch nicht so früh dort... Hm... heute schon. Er kam grinsend die
Treppe zum Restaurant hoch und setzte sich zu uns. Er war am Strand, und
als von uns nichts zu sehen war, ging er zum Hotel. Das wäre damals nicht
denkbar gewesen...
Wir machten ein wenig Urlaubsplanung. Auf keinen Fall wollten wir so viel
umherfahren wie beim ersten Mal, aber ein paar Sachen hatten wir uns schon
überlegt. Erst einmal wollten wir ein Moped mieten. Made erzählte uns,
daß er den Führerschein in der Zwischenzeit gemacht hatte, auch ein Auto
besaß, welches er allerdings verkaufen mußte, um die Geburt des Sohnes
bezahlen zu können. Er bot uns an, mit uns alle Touren zu machen. Wir
meinten, seine Zeit nicht so in Anspruch nehmen zu können, weil er doch
nun zusätzlich zum Job als Tattoo-Maler auch Fahrten über die Insel
anbietet. Es war ihm aber wichtig, und wir konnten die Termine ja legen,
wie es ihm möglich war. Er schlug vor, für die beiden langen Touren ein
Auto zu mieten, und er fährt uns... Na, besser geht es wohl nicht. Nach
dem Frühstück mußten wir erst einmal Geld umtauschen, und dann zur
Auto- und Mopedvermietung. Wir wollten uns dann später mit Made am Strand
treffen, aber er wollte uns begleiten... zu Fuß! Das ist ein Ding...
Aber richtig gestaunt habe ich dann, als ich
unsere Reiseschecks umtauschte, Made mit hineinkam und dann auch noch das
herausgegebene Geld auf Richtigkeit nachprüfte... Boah eh! Hinzu kam, daß
er den Preis für das Auto und das Moped mit meinem Mann und dem Vermieter
gemeinsam aushandelte.
Ich konnte es kaum glauben. Das sind alles Dinge, die beim ersten Mal
nicht denkbar gewesen waren. Und ich bin mir sicher, daß dies auch nicht
unbedingt selbstverständlich ist für ihn. Es war wie ein kleines
Wunder....wohl einzig und allein bewirkt durch den Briefkontakt, der uns
alle näher gebracht hat!
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Ein Grund
für unsere Begeisterung für Bali ist auch der Umgang mit den Kindern.
Man könnte sagen, sie haben Narrenfreiheit. Es gehört schon viel dazu,
wenn Nengah mal laut wird. Allerdings muß sie dann meist hinterher
trotzdem lachend den Kopf schütteln über den Unsinn der kleinen
Rasselbande. Noch länger dauert es, bis Made etwas sagt... Dann ist aber
auch sofort Ruhe... für ne Weile Schlafenszeit ist, wenn sie sich eben
hinlegen und schlafen... Eigentlich bekommen sie immer ihren Willen. Das
ist mit den anderen Familien, die wir am Strand so gesehen haben, nicht
anders. Die Kinder turnen an ihnen rum, während die Eltern lachend
weitererzählen. Aber im Gegensatz zu solchen Erziehungen in unserem Land,
bleibt der Respekt dabei nicht auf der Strecke. Und das ist das Schöne
daran. Die Kinder haben zwar fast Narrenfreiheit, sind aber trotzdem nicht
frech oder vielleicht sogar unverschämt anderen gegenüber. Man sieht ja
auch an den Eltern, daß es funktioniert... Gewisse Respektlosigkeiten Älteren
gegenüber, wie sie hier leider viel zu oft geschehen, sind dort nicht
denkbar.
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Als wir
dann anschließend zum Strand gingen, legten wir uns unter den Baum an den
Getränkestand, an dem wir damals schon Tehbotol und natürlich Bintang
gekauft Haben. Der Mann erkannte uns wieder, und auch die Frauen kamen zu
uns und sprachen uns auf die Briefe für Made an. Es sah so aus, als hätte
Made sie immer auf dem laufenden gehalten... Ni Luh war auch mit ihrem
Papa mitgekommen, und wir spielten mit ihr und dem Sohn einer anderen Frau
Ball, bauten Sandburgen... war sehr lustig...
Für den nächsten Tag verabredeten wir uns
wieder am Strand, und Made brachte uns etwas zu essen mit, frisch gekocht
von Nengah und etwas gesundes zu trinken mit komischem Glibber drin. Mein
Mann sagte ihm, er ist wie eine Mutter zu uns. Made grinste. Wir
besprachen unsere Urlaubsplanung und machten den Termin für zwei Touren
ab. Einmal nach Lovina, Delfine sehen, den Wasserfall und den Gewürzmarkt
in Bedugul mit Küstenstraße nach Ahmed. Ich hatte davon im Reiseführer
gelesen, daß man von dort viele wunderschöne Aussichten hat. Außerdem
ist es ja gut, wenn Made neue Sachen abfährt, die er anderen Urlaubern
wieder empfehlen und zeigen kann.
Am nächsten Tag war Zeremonie auf ganz Bali.
Wenn ich richtig verstanden habe, war Vollmond. Made hatte dort keine
Aufgabe und kam anschließend mit seinen beiden Töchtern zum Strand, alle
schick in Sarong. Er brachte uns etwas Obst von den Opfergaben mit, und
dann fuhren wir mit ihm nach Denpasar, damit er die Töchter nach Hause
bringen und sich umziehen kann, weil wir anschließend noch auf den Markt
wollen.
Wir freuen uns Nengah
wiederzusehen und bekommen sofort wieder etwas Obst und Getränke
angeboten. Der junge Mann, der Made am ersten Abend begleitet hat, ist ein
Cousin von Nengah und wohnt mit seiner Frau und dem kleinen Sohn mit im
Haus. Beide sind so lieb und nett, einfach sympathisch.... und so hübsch
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Die beiden Frauen links
sind Schwestern, die Kinder sind Dede und Ni Luh, die auf jedes Foto mit
raufmöchte.
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Nachdem
Papa Made seinen drängelnden Mädchen schnell vom nächsten Laden ein Eis
geholt hat, können wir losfahren. Die Straßen sind so voll... und eng...
und voll... Als wir endlich da sind, haben kaum Läden auf, wahrscheinlich
wegen dem Feiertag. Wir fanden einen Laden mit sehr schönen Gemälden und
Bambuswindspielen. Mein Mann handelte mit der netten älteren Dame... Es
wurde geschmollt, gelächelt, mit den Augen geklappert... ein richtiges
Schauspiel. Made gab unauffällig Tipps und Hinweise, damit wir nicht zu
viel bezahlen. Es wurde ein guter Preis ausgehandelt, und unser Geld war
nun alle, weil wir nicht viel umgetauscht hatten. Aber dafür hatten wir
schöne Geschenke für zu Hause... und für uns.
Made schlug uns vor, das Balimuseum anzusehen.
Dafür haben wir aber nun kein Geld mehr. No problem! Kurzerhand gibt er
uns 100000 Rupiah. Leider wird uns dort von einem netten jungen Mann erklärt,
daß das Museum aufgrund der heutigen Feierlichkeiten geschlossen sei, wir
uns aber draußen umsehen können. das Museum ist der ehemalige Fürstenpalast.
Der Guide erklärt sehr gut und interessant und spricht gutes Englisch. Er
erzählt uns, daß manchmal Leute von Java mit Schiffen nach Bali kommen
und hier demonstrieren wollen, aber den Balinesen liegt das nicht. Also
gibt es eine Kommission, die sich darum kümmert, daß eine Menschenkette
gebildet wird, um zu verhindern, daß diese Leute an Land kommen und hier
Unruhe stiften. Dann müssen sie unverrichteter Dinge wieder abziehen. Die
Balinesen sind ein friedliches Volk, Unruhen sind hier für uns kaum
vorstellbar...
Unser Rundgang ist beendet, aber er scheint kein
Geld zu wollen. Wir geben ihm aber angemessenes Trinkgeld für einen guten
Guide, denn wir fanden es sehr interessant, und er hat sich so viel Mühe
gegeben. Erstaunt fragt er uns, ob wir uns den Tempel ansehen möchten.
Ist das denn erlaubt? "Yaaaaa". Vielleicht so eine Art Bonus?
Der Boden liegt voll mit kleinen Bambusschälchen mit Blüten und Reis.
Unser Guide erklärt uns, wie die Instrumente des Gamelan funktionieren,
und wir können es selbst ausprobieren. Sieht viel einfacher aus, als es
ist. Er konnte es sehr gut, und ich hätte stundenlang zuhören können.
Es war eine tolle Idee von Made, hierher zu fahren...
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Eigentlich
wollten wir am nächsten Tag nach Lovina im Bali-Norden fahren, aber kurz
nachdem wir alles mit Made abgesprochen und er sich verabschiedet hatte,
kam er zurück. Er hatte in den letzten Tagen ein paar Touren mit einem
deutschen Ehepaar, die ihn eben gerade anriefen und ihren Ausflug
ausgerechnet auf morgen verschoben hatten. Wir haben noch so viel Zeit und
können auch an einem anderen Tag. Made war das sehr unangenehm. Er meinte
zu uns, es sei ein sehr nettes Ehepaar, aber es sind nur Touristen. Wir
dagegen seien für ihn wie Bruder und Schwester, und er möchte nicht, daß
wir schlecht von ihm denken. Er möchte, daß wir glücklich sind und uns
wohl fühlen. Nun ja, wir sind auch glücklich, wenn er die Möglichkeit
hat Geld zu verdienen... und verschoben unsere Fahrt auf den darauf
folgenden Tag.
Am nächsten Morgen konnten wir nun also doch
ausschlafen, und als wir beim Frühstück saßen, klingelte das
Hoteltelefon... Made war dran und wollte wissen, was wir machen... Dann
kam er lang und aß mit uns zusammen Frühstück. Die Frau des Ehepaares
ist krank geworden, und so mußte die Tour leider ausfallen. Schade für
alle Beteiligten! Wir legten einen schönen ruhigen Strandtag ein und erzählten
mit Made über alles mögliche. Mein Mann spielte schon lange mit dem
Gedanken, mal den Agung zu besteigen. Er hatte im Reiseführer gelesen, daß
dies möglich sei und wollte nun von Made wissen, ob es den Balinesen
gegenüber respektlos sei, da es ja der Sitz der Götter ist. Es ist möglich,
und ein Onkel von Nengah, der in Kintamani wohnt, könnte ihn führen.
Made nimmt sein Handy und regelt alles, machte den Termin mit ihm, klärte
ab, was man alles braucht. Den Preis machen die beiden dann später persönlich
ab. Ich traue mir diesen Aufstieg nicht zu. Daher bringt Made nachts
meinen Mann zum Tempel Pasar Agung, wo der Aufstieg beginnt und macht später
ne kleine Tour mit mir.
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Am nächsten
Morgen holte uns Made pünktlich um 3:30 vom Zimmer ab für unsere Tour
nach Lovina. Es war zwar wirklich sehr früh, aber dafür waren die Straßen
leer. Leider hatte ich von diesem Ausflug nicht viel, da mir mein
Shrimpscocktail mit Salat vom Vorabend nicht bekommen ist. Wir essen auf
Bali wirklich überall: in den Warungs, bei Made zu Hause, holen uns etwas
von den fahrenden Garküchen (wenn es gut aussieht) und in Restaurants. Es
ist alles kein Problem, muß nur geschält oder gekocht sein. Das Problem
diesmal war wohl der Salat...
Ich fing unterwegs an zu frieren, mir war
schlecht usw. Die beiden Männer machten sich Sorgen, und einer nach dem
anderen versuchte mir etwas gutes zu tun oder festzustellen, ob ich Fieber
habe... Ich habe mir dann aber doch nicht nehmen lassen, zusammen mit
meinem Mann mit dem Auslegerboot mit Bootsführer rauszufahren und
Ausschau nach Delfinen zu halten, denn wer weiß, wann sich so eine Möglichkeit
wieder bietet... wurde ne kurze Tour, da wir umkehren mußten. Aber wir
haben welche gesehen, ganz dicht an unserem Boot kamen sie vorbei.
Wunderschön! Leider konnte ich es nicht richtig genießen. Sogar das
Fotografieren überließ ich meinem Mann...
Auch ein Schläfchen am Strand zwischen den
Booten, Hunden und Hühnern machte die Sache nicht besser...
Auf der Rücktour ließen wir alle anderen geplanten Ziele sausen, und ich
legte mich im Hotel sofort ins Bett. Mein Mann rief besorgt den uns
empfohlenen Arzt, nachdem mein Fieber von 38° auf 39,9° gestiegen war.
Er war noch ziemlich jung, konnte deutsch und war sehr nett... Darmentzündung
(Amöben)...Spritze gegen das hohe Fieber... Tabletten... Verordnung von
Diät...
Ich bekam nichts mehr mit nach der Spritze, aber
am nächsten Tag gings mir schon wieder besser, aß Frühstück im Bett
(Banane, Toast und Tee). Ausgerechnet heute waren wir bei unseren Freunden
wieder zum Essen eingeladen. Sie bekamen einen Schreck, als sie erfuhren,
was gestern Abend noch los war. Zumal sie uns vom Zimmer abholten, und der
Arzt gerade noch einmal zum Kontrollbesuch kam. Er war zufrieden mit mir,
und wir fuhren mit Made und Nengah nach Denpasar. Reis und ein wenig Fisch
habe ich schon gegessen.
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An einem Abend haben
wir im Ort zwei süße Kleider für Ni Luh und Ni Made gekauft. Also gabs
zuerst mal eine Modenschau...
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Am lustigsten und auch
"bewegendsten" war unsere Tour nach Ahmed, einem Küstenort im
Nordosten...
Wir fuhren über Klungkung zur Gerichtshalle Kertha Gosah, weiter zur Goa
Lawah (Fledermaushöhle) bis nach Padangbai.
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Es war so
ruhig dort, keine Touristen... außer uns. Wir setzten uns in den Sand und
genossen die Ruhe und den Blick aufs Wasser. Diesen genossen wir dann
weiter von einem Warung aus, denn wir hatten Hunger... und Durst. Es war
einfach herrlich dort, und der Strandsand sieht aus wie lauter kleine
Senfkörner. Dann ging es weiter in unserem gemieteten Suzuki Jimmy, durch
wunderschöne Landschaft mit gutem Fahrer und Reiseleiter, begleitet von
balinesischer Schlagermusik. Made hatte ein paar Kassetten dabei, von
denen wir zwei als die besten titulierten und diese dann abwechselnd hörten.
Einiges konnten wir dann schon mitsummen, manchmal fragte ich Made nach
der Bedeutung einiger Wörter... sehr... hm... sentimental. Aber es war
einfach spitze.
Vorbei ging es an Amlapura, und wir fanden nach
kurzer Kartendiskussion von Made und ein paar Bauarbeitern dann auch die
bewußte Küstenstraße nach Ahmed. Sie war relativ schmal aber gut
befestigt. Wir fuhren durch viele kleine Dörfer, und nach einer Weile
hatten wir ein paar schöne Ausblicke auf die Küste. Wieder eine Weile später
wurde die Straße plötzlich grottenschlecht. Der Asphalt war geplatzt und
gerissen. Es war ein Gehopse und Geschaukel. Wahrscheinlich ist die Straße
durch das viele Wasser in der Regenzeit unterspült worden. Teilweise
waren es nur noch einzelne Steine... Wir schlichen schaukelt dahin und überlegten,
ob wir umdrehen sollten. Keiner wußte, wann dies enden würde. Aber Made
ließ sich so leicht nicht unterkriegen. Zwischendurch kamen mal sehr
kurze gute Strecken. Wir atmeten auf, mußten aber sofort wieder lachen,
als das Geschaukel weiterging.
Endlich hatten wir die Crossstrecke hinter uns,
und die Straße wurde zusehends besser. Wir unterhielten uns noch kurz mit
entgegenkommenden Touristen in einem VW-Bus und warnten sie vor dem
Bevorstehenden. Als sie aber in die Richtung weiterfuhren, bedauerten wir
sie noch kurz und setzten unsere Fahrt fort. Made atmete so hörbar aus,
als wir nun auf guter Straße fuhren, daß wir lachen mußten und erst
einmal unseren guten Fahrer lobten. Es boten sich noch sehr schöne
Aussichten auf Fischerdörfer, deren Strand mit Booten nur so übersät
war und auch auf den Agung.
Unterwegs fragte uns Made mal, welche
Bedeutung das Wort "ach so" habe. Uns ist bis dahin gar nicht
aufgefallen, daß wir es so oft sagen. Wir erklärten es ihm, und als wir
an eine gesperrte Straße kamen, Made sich das dort hängende Erklärungsschild
durchlas, sagte er anschließend, ganz wie selbstverständlich: "Ach
so!"
Wir waren recht spät wieder im Hotel, und er machte sich sofort auf den
Heimweg, da morgen die Fahrt zum Agung ansteht. 0:30 will Made meinen Mann
abholen....
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Da ich
Weckerverantwortlicher vom Dienst bin, war ich natürlich wach, als Made
kam. Mein Mann schnappte seinen Rucksack und los ging es, nachdem Made und
ich uns für 10:00 verabredeten. Ich habe dann noch schön geschlafen.
Made war ein toller Reiseleiter, und wir haben viel erzählt und gelacht.
Er kümmerte sich um alles, erfragte alles, was mich irgendwie
interessieren könnte, und ich fühlte mich richtig umsorgt. Nach der
Besichtigung von Tirtagangga, den königlichen Badeteichen, fuhren wir zum
Pasar Agung, um meinen Bergsteiger abzuholen.
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Er ist total
begeistert, und der Onkel von Nengah ein echt lustiger Typ, reißt einen
Scherz nach dem anderen. Mein Mann erzählte, daß sie auf einem Mal
Stimmen auf dem Gipfel hörten, als sie da im Dunkeln hochkletterten. Eine
Gruppe balinesischer Studenten war am Vortag hochgestiegen und hatte dort
die Nacht verbracht. So gab es dann erst einmal Frühstück für alle mit
typisch süßem balinesischem Kaffee und Nudeln. Beim Abstieg fiel ihm
erst richtig auf, wo sie da im Dunkeln hochgegangen sind...
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Es war wohl ein
unbeschreibliches Erlebnis, und die beiden Männer hatten einen Preis
ausgehandelt, der bei dem Reiseführer Nyoman zu Hause in Kintamani
bezahlt werden sollte. Nyoman fuhr dann auch, vorbei an wunderschönen
Reisterrassen mit Halt an einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Batur und
Kedisan, das Heimatdorf von Nengah und Made, in dem wir damals geschlafen
hatten. Es war ein schöner Anblick, und wir schwelgten in Erinnerungen.
Rechts ging der abenteuerliche Weg ab mit den fragwürdigen Kreuzungen,
den wir damals mit unseren Mopeds langgeheizt sind. Made zeigt auf den Weg
und fragte lachend "You remember?"
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Nyoman pflückte
in dem Garten hinter seinem Haus Mandarinen, eine Tüte für uns und eine
für Made. Dann setzten wir uns auf ein Holzgestell, einem Bett ähnlich,
tranken Tee und aßen Krupuks und besprachen das Geschäftliche. Mein Mann
war einfach super zufrieden mit dem Tag und hätte es sich nicht schöner
vorstellen können. Demzufolge hatte er auch keine Lust zu Handeln und gab
Nyoman das vereinbarte Geld, der freudestrahlend um einen Eintrag in
seinem bereits gut gefüllten Gästebuch bat.
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Wir
machten auch eine richtig schöne Abschiedsparty. Als Geschenk zur Geburt
des Sohnes hatten wir uns überlegt, eine Party zu spendieren. Made wollte
mit Nengah überlegen, was sie brauchen, wen sie einladen möchten...
damit wir das Geld entsprechend einplanen können. Made machte daraus dann
eine Abschiedsfeier für uns.
Wir waren ca. 17 Erwachsene und ich glaube 7 oder
8 Kinder. Es änderte sich ständig. Mades Schwester mit Familie war dort,
sein bester Freund, den wir noch vom ersten Mal kannten, die Mitbewohner
und viele andere... Meine Mutti hatte mir eine Menge Werbeluftballons
mitgegeben, mit denen die Kinder nun spielten. Unglaublich, was die Dinger
so aushalten. Sie haben sich draufgesetzt oder gelegt, waren nicht kaputt
zu kriegen. Die Kinderparty war in vollem Gang...
Es gab wieder lauter leckere Sachen: Sate, Fisch,
Hühnchen, Reis, Erdnusssoße, Sambal...und Bintang. Sogar einen
Ketchak-Tanz bekamen wir aufgeführt. Nengahs Cousin hatte ein Musikanlage
besorgt für diesen Abend, und legte VCD's ein mit balinesischen
Schlagern/Karaoke und auch klassischen Tänzen. Es war sehr schön, und
wir bekamen einige davon geschenkt.
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Mades Schwester, ihre
Tochter und Nengah
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Diese
Nacht haben wir dort sogar übernachtet. Wir hatten unsere Laken vom Hotel
mitgenommen und gedachten auf der sowieso unbenutzten Wohnzimmercouch zu
schlafen. Das wäre bequem und wir machen keine Umstände. Aber im Grunde
genommen war mir klar, daß wir damit nicht durchkommen würden. Für uns
war ein Bett reserviert, daß die Schwester non Nengahs Cousine uns überließ
und selbst auf der Couch schlief. Dies erklärte uns Made und ließ keine
Widerrede zu. Wir gingen dann zu Bett, da Nengah sehr müde war, aber sie
wollte tun, was wir tun, und so mußten wir den Anfang machen. Sie
stellten uns noch Räucherstäbchen hin gegen Mücken, und ich glaube sie
waren ein wenig stolz, daß wir dort schliefen. Es
war eine ziemlich kurze Nacht und sehr warm so ohne Ventilator. Vor
unserer Tür waren noch drei Männerstimmen zu hören. Später dann nur
noch zwei und ein Schnarchen. Dann hatten sie auch noch die glorreiche
Idee, Karaoke zu üben. Es war so schlecht, daß ich leise lachen mußte...
Als wir morgens wach wurden, lag eine große "Deckenrolle" vor
unserer Tür auf dem Boden. Heraus kam Made. Siehe da, wir hatten einen
Leibwächter diese Nacht!
Nach Waschen mit Schöpfkelle an dem Becken,
balinesischem Frühstück mit Ei und süßem Kaffee und ein paar
Abschiedstattoos brachen wir langsam auf. Wir mußten uns nun von Nengah
und den Kindern verabschieden, da uns nur noch der heutige Tag bleibt und
sie leider mit den Kindern zu Hause bleiben muß, da kein Kindermädchen
hier ist. Am Vorabend haben wir von ihr noch kleine, sehr schöne
Geschenke bekommen. Diese Momente machen das Abschiednehmen besonders
schwer. Es dauert eine Weile, bis die Männer so in Schwung kommen, und
wir Frauen können noch etwas plaudern. Made wollte mit uns zum Hotel zurückfahren
und den Tag mit uns am Strand verbringen. Wir verabschiedeten uns schweren
Herzens von Nengah und den Kindern und winkten, bis wir uns nicht mehr
sehen konnten.
Wir haben wirklich den ganzen restlichen Tag am Strand verbracht, gebadet,
auf der Decke rumgelegen und erzählt. Wir haben so viel dummes Zeug
geredet und gelacht. Made machte lauter Blödeleien. Es war so unbeschwert
wie noch nie. Vielleicht so eine Art "Galgenhumor", denn Made
war sehr traurig. Mir ging es ähnlich, aber mir fiel der Abschied jetzt
nicht ganz so schwer wie beim ersten Balibesuch, weil ich wußte, daß ein
Wiedersehen möglich war. Ich habe nicht mehr das Gefühl, unsere lieben
Freunde das letzte Mal gesehen zu haben. Morgen gegen 10:30 werden wir
abgeholt vom Hotel, und während ich noch mit gemischten Gefühlen an die
letzte bevorstehende Verabschiedung von Made denke, sagt er plötzlich, daß
er morgen zum Flughafen mitkommt. Dies gehört zu den Dingen, die wir am
allerwenigsten von ihm erwartet hätten und freuen uns sehr darüber.
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Made kommt
gegen 10:00 und wir setzen uns vor die Tür, unterhalten uns etwas, aber
meistens hängt jeder seinen Gedanken nach... Meine Bemühungen, tapfer zu
bleiben, macht mir seine offensichtliche Traurigkeit fast zunichte...
Unser Transfer ging los, und Made wollte uns am Flughafen treffen. So
traurig wie ich war, unsere Freunde zu verabschieden, muß ich aber auch
zugeben, daß ich seit meiner Krankheit keinen rechten Appetit mehr hatte
auf Essen mit Knoblauch....und freute mich auf eine richtige leckere
Leberwurststulle.
...Wir haben eine Weile gewartet, und dann kam Made tatsächlich. Nengah
wollte gerne mitkommen, konnte aber nicht wegen den Kindern. Ich fand es
besser so, denn sonst wäre es noch schwerer geworden. Keiner wußte
recht, was er sagen sollte. Und um dies nicht unnötig auszudehnen,
machten wir noch Fotos, umarmten uns ein paar Mal, versprachen uns, sofort
zu schreiben und gingen ins Gebäude.
Nachdem wir unser Gepäck aufgegeben hatten und ...Puh!...nichts
nachbezahlen mußten, gingen wir noch einmal zum Fenster, obwohl wir
dachten Made wäre schon weg, aber er saß noch auf der Bank und kam
langsam auf uns zu. Wir erzählten ihm, daß mit unserem Gepäck alles
geklappt hat und winkten ihm zum Abschied. Er sah nach unten und dann
wieder hoch... und hatte Tränen in den Augen... hohe Ansteckungsgefahr...
also schnell weg.
Wir flogen eine Schleife über Bali und machten viele Fotos, damit Nengah
und Made ihre schöne Insel mal von oben sehen konnten... aber ich hätte
gerne in einem gerade landenden Flugzeug gesessen.
Bald geht es weiter im nächsten Teil
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