Geschehnisse nach
der 2. Balireise
Da dies kein direkter Reisebericht ist, gebe ich ihm lieber einen neuen
Namen.
Es ist einiges passiert in der Zeit nach unserer zweiten Balireise bis zu
unserer dritten, das ich hier gerne erzählen würde...
Wir waren von unserer zweiten Balireise noch
nicht lange zu Hause, als auch schon Post von Made und seiner Familie kam.
Sie waren sehr traurig, daß wir wieder abreisen mußten , haben aber die
gemeinsame Zeit sehr genossen. Made hat uns sogar mal angerufen, damit wir
uns keine Sorgen machen, da er sehr lange nicht schrieb. Die Briefe kamen
und gingen nicht regelmäßig, aber wichtig war, daß wir ab und zu
voneinander hörten...
...und dann kam der 12. Oktober 2002
Es war Sonntagmorgen
Mein Mann mußte draußen etwas arbeiten und
stand daher früher auf. Ich ließ mir Zeit und schaltete wie immer zuerst
das Radio an. Es liefen gerade die Nachrichten und wie vom Donner gerührt
blieb ich stehen, als ich plötzlich etwas von einer Bombenexplosion auf
Bali hörte. Das konnte doch nicht sein! Ich hatte die Nachrichten verpaßt,
denn dieser Satz war der letzte, den ich davon hörte. Im Fernsehen kam
von allen Nachrichtensendern nur uninteressanter Müll. Also ging ich ins
Internet (welch gute Erfindung)...
Die Bilder und die Artikel waren grausam und unvorstellbar. Ausgerechnet
Bali! Ich konnte meine Tränen nicht mehr zurückhalten und machte mir
zudem große Sorgen um unsere balinesischen Freunde, da ich noch etwas von
einer zweiten explodierten Bombe direkt in Denpasar hörte.
Ich lief zu meinem Mann, und er hörte
fassungslos diese schrecklichen Dinge. Den ganzen Tag verfolgten wir die
Nachrichten im Fernsehen. Wir versuchten vergeblich, Made auf Handy zu
bekommen. Das Netz war wohl vollkommen überlastet. Auch unter dem
Festnetzanschluß, den er uns mal gab, erreichten wir niemanden. Wir
konnten nur hoffen, daß ihnen nichts passiert ist und warten auf eine
Nachricht...
Die Zeit schlich dahin, und ich schrieb weiterhin
fleißig SMS nach Bali in der Hoffnung, Made könne sie lesen... Ich
schickte auch einen Brief und hoffte auf schnelle Antwort...
Er schrieb ziemlich schnell, obwohl wir in dem
Brief erfuhren, daß sein Handy kaputt ist und er somit keine Nachricht
erhalten haben kann. Auch unseren Brief konnte er noch nicht bekommen
haben.
Es waren zwei Briefe: Ein noch ziemlich kopfloser Brief, der wohl gleich
nach dem Attentat entstanden ist und einer von fünf Tagen danach. Aus
beiden ging hervor, daß es ihnen selbst gut ging. Aber sie machten sich
große Sorgen um die Zukunft. Die Touristen flogen nach Hause, und es war
keine Arbeit mehr da.
Genau das war auch unsere Sorge. Wenn Urlauber
auf Bali sind, kann Made gutes Geld verdienen, aber in einem Fall wie
diesem gibt es keine Möglichkeit für ihn. Ich schrieb sofort einen Brief
und legte Geld hinein. Dies ist bis auf ein einziges Mal immer gut
gegangen. Eine andere Möglichkeit sah ich nicht, da Auslandsüberweisungen
unwahrscheinlich teuer und die Daten, die wir von ihm und seiner Bank
haben, nicht ausreichend gewesen sind.
Wir hörten lange nichts von ihnen, und Mitte
Februar kam dann Post aus Bali mit wiederum zwei Briefen, einmal vom
Dezember und einmal vom Februar. In beiden beklagten sie, daß wir uns
schon lange nicht mehr gemeldet haben und wissen möchten, wie es uns
geht, daß die Kinder dauernd nach uns fragen und sie oft an uns denken müssen
und wir bitte Nachricht geben solleten von uns.
Der Brief war wieder in Deutschland aufgegeben
worden, also von Bali mitgenommen worden, weil kein Geld für Briefmarken
da ist. Also war unser Brief nicht angekommen. Ich war ratlos. Zumal sein
Handy immer noch defekt war, und er kein Geld für ein neues hatte. Wir
wollten so gerne helfen. Aber wie ?
Und hier kommen Daniela und Marco von www.warungnet.de
ins Spiel...
Nach unserer Balireise bin ich auf der Internetsuche nach guten Baliseiten
auf ihre Homepage gestoßen und war begeistert, wie ausführlich,
interessant und vor allem auch persönlich diese Seite gestaltet war.
Nachdem ich mich ein wenig in ihrem damaligen Forum mit eingebracht hatte
und dann von ihren Urlaubsplänen für den Mai 2003 erfuhr, faßte ich
einen Entschluß:
Ich besprach die Sache mit meinem Mann und schrieb ihnen dann eine Email,
in denen ich unser Problem schilderte und anfragte, ob es möglich sei,
von uns etwas Geld oder eventuell ein kleines Päckchen an unsere Freunde
zu übergeben. Es war die einzige Möglichkeit, und mehr als
"Nein" konnten sie nicht sagen.
Wir haben uns so sehr gefreut, als dann prompt die positive Antwort kam.
Wir schrieben ein paar mal hin und her, und irgendwann war der Urlaub ran.
Wir schickten unser Päckchen zu den beiden mit Luftballons, kleinen Überraschungen
für die Kinder, Fotos und einem Extra-Brief mit Geld und gaben Daniela
und Marco die Adresse von Made. Sie wollten sich dann per Mail von Bali
bei uns melden...
An dieser Stelle möchte ich gerne an unseren Webadmin übergeben.
Bali Juni 2003
Wie das Ganze zustande kam, hat Ramona ja oben schon beschrieben, deshalb
beschränke ich mich nur auf unseren Part bei der "Suche".
Suchen deshalb, weil sich scheinbar die Adresse geändert hatte und wir so
zwei verschiedene Anschriften in Denpasar hatten. In diesem Fall war es
so, daß die Anschrift sich zwar geändert hatte, aber die Familie noch im
selben Haus wohnte, wie sich später herausstellte. Das ganze Straßen,
nach Lust und Laune einfach umbenannt werden, scheint hier öfter
vorzukommen.
Nach etwa 1,5 stündiger Irrfahrt, schaffte es aber unser Held Dewa, die
eine Straße, zu der wir auf Verdacht hinfuhren, am Rande von Denpasar zu
finden. Da sich hier wohl seltener Touristen hinverirrten, wurden wir natürlich
entsprechend neugierig beäugt. Zwischenzeitlich war es auch noch dunkel
geworden, was die Sache nicht einfacher machte. Die Straße, die zu der
vermeintlich richtigen Adresse führte, war dann auch noch viel zu eng zum
befahren und wir mußten noch ein gutes Stück laufen.
Immerhin stellte sich dann bei einer Nachfrage der Nachbarn heraus. daß
wir hier richtig waren, da die Leute die Familie auf mitgebrachten Fotos
gleich erkannten. Unser Held Dewa wurde dann als Vorhut in das Haus
geschickt, um die Familie für die Überraschung vorzubereiten und zu erklären
wer wir waren und warum wir kamen. Recht schnell, nach ungläubigem
Staunen, bat man uns herein und die Überraschung war perfekt.