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Bericht von Ramona und Andreas aus Rügen

Bali unsere Trauminsel

Reiseerlebnisse Teil 2a (2002-2004)

 

Geschehnisse nach der 2. Balireise

Da dies kein direkter Reisebericht ist, gebe ich ihm lieber einen neuen Namen.

Es ist einiges passiert in der Zeit nach unserer zweiten Balireise bis zu unserer dritten, das ich hier gerne erzählen würde...

Wir waren von unserer zweiten Balireise noch nicht lange zu Hause, als auch schon Post von Made und seiner Familie kam. Sie waren sehr traurig, daß wir wieder abreisen mußten , haben aber die gemeinsame Zeit sehr genossen. Made hat uns sogar mal angerufen, damit wir uns keine Sorgen machen, da er sehr lange nicht schrieb. Die Briefe kamen und gingen nicht regelmäßig, aber wichtig war, daß wir ab und zu voneinander hörten...

...und dann kam der 12. Oktober 2002

Es war Sonntagmorgen

Mein Mann mußte draußen etwas arbeiten und stand daher früher auf. Ich ließ mir Zeit und schaltete wie immer zuerst das Radio an. Es liefen gerade die Nachrichten und wie vom Donner gerührt blieb ich stehen, als ich plötzlich etwas von einer Bombenexplosion auf Bali hörte. Das konnte doch nicht sein! Ich hatte die Nachrichten verpaßt, denn dieser Satz war der letzte, den ich davon hörte. Im Fernsehen kam von allen Nachrichtensendern nur uninteressanter Müll. Also ging ich ins Internet (welch gute Erfindung)...
Die Bilder und die Artikel waren grausam und unvorstellbar. Ausgerechnet Bali! Ich konnte meine Tränen nicht mehr zurückhalten und machte mir zudem große Sorgen um unsere balinesischen Freunde, da ich noch etwas von einer zweiten explodierten Bombe direkt in Denpasar hörte.

Ich lief zu meinem Mann, und er hörte fassungslos diese schrecklichen Dinge. Den ganzen Tag verfolgten wir die Nachrichten im Fernsehen. Wir versuchten vergeblich, Made auf Handy zu bekommen. Das Netz war wohl vollkommen überlastet. Auch unter dem Festnetzanschluß, den er uns mal gab, erreichten wir niemanden. Wir konnten nur hoffen, daß ihnen nichts passiert ist und warten auf eine Nachricht...

Die Zeit schlich dahin, und ich schrieb weiterhin fleißig SMS nach Bali in der Hoffnung, Made könne sie lesen... Ich schickte auch einen Brief und hoffte auf schnelle Antwort...

Er schrieb ziemlich schnell, obwohl wir in dem Brief erfuhren, daß sein Handy kaputt ist und er somit keine Nachricht erhalten haben kann. Auch unseren Brief konnte er noch nicht bekommen haben.
Es waren zwei Briefe: Ein noch ziemlich kopfloser Brief, der wohl gleich nach dem Attentat entstanden ist und einer von fünf Tagen danach. Aus beiden ging hervor, daß es ihnen selbst gut ging. Aber sie machten sich große Sorgen um die Zukunft. Die Touristen flogen nach Hause, und es war keine Arbeit mehr da.

Genau das war auch unsere Sorge. Wenn Urlauber auf Bali sind, kann Made gutes Geld verdienen, aber in einem Fall wie diesem gibt es keine Möglichkeit für ihn. Ich schrieb sofort einen Brief und legte Geld hinein. Dies ist bis auf ein einziges Mal immer gut gegangen. Eine andere Möglichkeit sah ich nicht, da Auslandsüberweisungen unwahrscheinlich teuer und die Daten, die wir von ihm und seiner Bank haben, nicht ausreichend gewesen sind.

Wir hörten lange nichts von ihnen, und Mitte Februar kam dann Post aus Bali mit wiederum zwei Briefen, einmal vom Dezember und einmal vom Februar. In beiden beklagten sie, daß wir uns schon lange nicht mehr gemeldet haben und wissen möchten, wie es uns geht, daß die Kinder dauernd nach uns fragen und sie oft an uns denken müssen und wir bitte Nachricht geben solleten von uns.

Der Brief war wieder in Deutschland aufgegeben worden, also von Bali mitgenommen worden, weil kein Geld für Briefmarken da ist. Also war unser Brief nicht angekommen. Ich war ratlos. Zumal sein Handy immer noch defekt war, und er kein Geld für ein neues hatte. Wir wollten so gerne helfen. Aber wie ?

Und hier kommen Daniela und Marco von www.warungnet.de ins Spiel...

Nach unserer Balireise bin ich auf der Internetsuche nach guten Baliseiten auf ihre Homepage gestoßen und war begeistert, wie ausführlich, interessant und vor allem auch persönlich diese Seite gestaltet war.
Nachdem ich mich ein wenig in ihrem damaligen Forum mit eingebracht hatte und dann von ihren Urlaubsplänen für den Mai 2003 erfuhr, faßte ich einen Entschluß:

Ich besprach die Sache mit meinem Mann und schrieb ihnen dann eine Email, in denen ich unser Problem schilderte und anfragte, ob es möglich sei, von uns etwas Geld oder eventuell ein kleines Päckchen an unsere Freunde zu übergeben. Es war die einzige Möglichkeit, und mehr als "Nein" konnten sie nicht sagen.

Wir haben uns so sehr gefreut, als dann prompt die positive Antwort kam.
Wir schrieben ein paar mal hin und her, und irgendwann war der Urlaub ran. Wir schickten unser Päckchen zu den beiden mit Luftballons, kleinen Überraschungen für die Kinder, Fotos und einem Extra-Brief mit Geld und gaben Daniela und Marco die Adresse von Made. Sie wollten sich dann per Mail von Bali bei uns melden...

An dieser Stelle möchte ich gerne an unseren Webadmin übergeben.

Bali Juni 2003

Wie das Ganze zustande kam, hat Ramona ja oben schon beschrieben, deshalb beschränke ich mich nur auf unseren Part bei der "Suche". Suchen deshalb, weil sich scheinbar die Adresse geändert hatte und wir so zwei verschiedene Anschriften in Denpasar hatten. In diesem Fall war es so, daß die Anschrift sich zwar geändert hatte, aber die Familie noch im selben Haus wohnte, wie sich später herausstellte. Das ganze Straßen, nach Lust und Laune einfach umbenannt werden, scheint hier öfter vorzukommen.

Nach etwa 1,5 stündiger Irrfahrt, schaffte es aber unser Held Dewa, die eine Straße, zu der wir auf Verdacht hinfuhren, am Rande von Denpasar zu finden. Da sich hier wohl seltener Touristen hinverirrten, wurden wir natürlich entsprechend neugierig beäugt. Zwischenzeitlich war es auch noch dunkel geworden, was die Sache nicht einfacher machte. Die Straße, die zu der vermeintlich richtigen Adresse führte, war dann auch noch viel zu eng zum befahren und wir mußten noch ein gutes Stück laufen.

Immerhin stellte sich dann bei einer Nachfrage der Nachbarn heraus. daß wir hier richtig waren, da die Leute die Familie auf mitgebrachten Fotos gleich erkannten. Unser Held Dewa wurde dann als Vorhut in das Haus geschickt, um die Familie für die Überraschung vorzubereiten und zu erklären wer wir waren und warum wir kamen. Recht schnell, nach ungläubigem Staunen, bat man uns herein und die Überraschung war perfekt.

Sie freuten sich wirklich sehr, wieder von ihren Bekannten aus Deutschland zu hören. Leider war ihr Mann
nicht da, weil er heute länger arbeiten mußte. Die drei Kinder der Beiden fanden das alles natürlich ganz
toll und machten sich gleich über die mitgebrachten Spielsachen her. Da sie nur wenig Englisch konnte,
mußten wir alles über Dewa besprechen.

Wir machten dann noch einige Fotos der netten Familie, samt diverser Mitbewohner im Haus. Als es an das Abschiednehmen ging, hinterließen wir noch unsere Adresse vom Hotel damit sich ihr Mann auch noch melden könnte, wenn er wollte, oder um uns einen Brief mitzugeben. Das Gesicht ihres Mannes hätten wir gerne gesehen, wenn er heimkommt und von der freudigen Überraschung aus Deutschland hört.

Die Vorkommnisse sind jetzt sicher Tagesgespräch in der kleinen Straße, da so etwas wohl
normalerweise eher nie vorkommt. Uns hat es jedenfalls Riesenspaß gemacht, der
Familie zu helfen, da es ja auch für uns nichts alltägliches war.

Made kam einige Tage später zu uns ins Hotel in Sanur, wo er sich persönlich bedanken wollte, daß wir bei der Sache mitgemacht haben. Er wollte es nicht glauben, daß wir uns nur aus dem Internet kannten und noch nie gesehen hatten und wir mußten es ihm mehrmals erklären bis er es uns abkaufte.

Ich übergebe hiermit wieder an die Künstlerin.

 

Ramona:

Made gab den beiden dann noch für uns ein typisches Bali-Gemälde mit, und zusammen mit den schönen Bildern bekamen wir es nach Hause geschickt. Vielen Dank noch einmal für Eure Hilfe. Das war einfach supernett !!!

Dadurch kam der Kontakt zu unseren Balifreunden wieder in Schwung und prompt bekam ich meine erste Bali-SMS Made schrieb von der Päckchenübergabe, und daß er für uns auch eine Überraschung habe... (das Gemälde)

Die Zeit verging, und wir schrieben uns ab und zu Briefe, ab und zu SMS.
Irgendwann wurde die Sehnsucht dann so groß, daß wir die nächste Reise buchten.
Für den März 2004!


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