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Bericht von Ramona und Andreas aus Rügen

Bali unsere Trauminsel

Reiseerlebnisse Teil 3 (2004)

 

Ich möchte nicht vorgreifen, aber diese dritte Reise veränderte ein wenig mein Denken über unsere Beziehung zu Nengah und Made. Wenn man so weit auseinander wohnt und in solch unterschiedlichen Kulturen aufwächst, ergeben sich einige Fragen und Mißverständnisse.

Der Brief- und SMS-Kontakt von Seiten Mades war kurz vor unserer Reise recht rar, und ich dachte mir, daß die Beziehung wohl langsam einschläft. Es war ein wenig traurig, aber ich konnte es verstehen. Für uns war ein Aufenthalt auf Bali eben Urlaub und schon alleine deshalb etwas Besonderes. Für Made und Nengah war es in gewisser Hinsicht Alltag, da sie jeden Tag neue Touristen kennen lernen. Und es sind bestimmt sehr viele nette Leute darunter, die sich auch ebenso wie wir für Land und Leute interessieren.

Aber nun, zurückblickend, muß ich sagen, daß all dies dumme Gedanken waren. Ich habe noch nie so viel gelacht wie in diesem Urlaub. Alles war so unkompliziert. Und es war erstaunlich, wie gut wir uns gegenseitig einschätzen konnten. Ich tat es diesmal nicht einfach so ab, wenn sich etwas ergab, das ich nicht verstand. Und siehe da: Es klärten sich viele Dinge und erschienen in einem anderen Licht. Jeder wollte für den anderen das Beste. Aber nicht immer kann man dies richtig einschätzen. Alle Fragen oder Ungewißheiten, die sich im Laufe der Zeit ergaben, wurden in diesem Urlaub komplett ausgeräumt und wir sind uns seitdem näher denn je.

Nachmittags auf Bali angekommen, wurden wir auf dem Flughafen schon mit balinesischer Musik begrüßt, und überall roch es nach Räucherstäbchen. Ein wenig Zeit beanspruchte dann noch die Visa - Beantragung, die im Februar eingeführt wurde und pro Person 50 USD kostet. Dank eines netten Tipps aus unserem Forum wussten wir aber rechtzeitig davon und hatten unser Geld in Hongkong schon passend umgetauscht.


 

 

Made wollte ursprünglich zum Flughafen kommen, aber ich schrieb ihm per SMS, dass wir vom Hotel aus abgeholt werden und wir uns vielleicht dort treffen könnten. Zwei nette junge Männer warteten schon auf uns, und gegen 16:00 waren wir im Hotel. Die Anlage hatte sich seit unserem ersten Besuch 1999 etwas verändert. Ein kleiner Teich mit Seerosen und Fischen ist im Eingangsbereich hinzugekommen, und neu und viel schöner gepflastert war es auch. Sehr viel grüner war es außerdem noch, weil aus einigen der damals kleinen Pflänzchen richtig große Büsche geworden sind.

 

 

 Links von der Rezeption waren wir damals untergebracht, denn dort sind die normalen Zimmer. Diesmal gingen die jungen Männer aber mit uns und unserem Gepäck Richtung Strand zu den Luxuszimmern. Und tatsächlich: Unsere Koffer wurden in einem Zimmer mit riesigem Himmelbett abgestellt. Zusätzlich hatten wir einen Fernseher, Minibar, eine riesige Dusche, einen super Safe und... einen Wasserkocher! Später haben wir dann erfahren, dass im Bereich des anderen Gebäudes Bauarbeiten sind, und alle Urlauber von unserem Veranstalter in den Luxuszimmern untergebracht wurden.

 

Ein schönes Zimmer und ein Katzensprung zum Strand...

 

Laß uns umziehen und am Strand mal schauen, ob Made da ist. Wir kommen gerade aus unserem Zimmer. Ich sehe zur Promenade. Ist er das ? Klar ! Steht dort und grinst. Nichts wie hin und während dessen noch kräftig gewunken. Was für’n timing ! Wir umarmen uns ganz doll. Dann steht er da mit uns beiden im Arm und schaut von einem zum anderen und lacht. Es ist so schön, wieder hier zu sein ! Wir setzen uns an den Wegesrand, und Made erklärt uns verlegen, dass er uns etwas erzählen muß. Und zwar bekommt Nengah demnächst, wahrscheinlich in den nächsten zwei Wochen ein Baby ! Na, das ist ja ne tolle Überraschung. Er meinte, wir werden ihn wohl für verrückt erklären. Schließlich sagte er letztes Mal schon, es ist das letzte Kind. Er hatte es auch in keinem Brief oder SMS erwähnt, war ihm wohl wirklich unangenehm, aber schließlich ist es seine und Nengahs Sache, und uns steht da kein Urteil zu. Nengah ist hier am Strand, da er jetzt ein Auto hat und sie nicht mehr alleine zu Hause lassen möchte und es jederzeit losgehen kann. Ich möchte gern zu ihr, zumal Made’s Kollegen, die Strandverkäufer, dauernd in unsere Unterhaltung hineinplappern. Sie lacht, als sie uns sieht und noch mehr, als wir kaum um ihren dicken Bauch kommen bei der Umarmung. Mein Mann musste dies auch wieder sehr anschaulich darstellen.


Made fragte, was wir nun vorhaben und ob wir mit nach Denpasar kommen wollen. Ni Luh fragt schon dauernd. Er hat ja ein Auto und würde uns später wieder zum Hotel bringen. Was für eine Frage. Zeit verabredet. Sämtliche Geschenke eingepackt, und los ging es. Made hat einen gebrauchten ortsüblichen Minibus, Marke Mitsubishi, leider ohne funktionierende Klimaanlage. Aber mich stört das zu dem Zeitpunkt noch nicht so sehr. Wärme auftanken war erst einmal angesagt ! Das Haus ist etwas verändert, Durchgang gefliest und zum Essen genutzt, Wohnzimmer verkleinert und Schlafzimmer etwas vergrößert. Die Kinder kommen gleich angelaufen. Ni Luh grinst aus sicherer Entfernung und macht schon wieder Fratzen. Ni Made läuft zusammen mit Brüderchen Komang erst mal zu Mama. Später sitzen wir zusammen auf dem Teppich, umgeben von den mitgebrachten Spielsachen: Holzpuzzle, Malbuch, quakende Zieh-Ente, Plüschtieren und den Geschenken für die Familie. Unser Freund Made war beschäftigt mit unserem Abendessen: Grillfisch! Später gaben wir ihm dann das per SMS gewünschte alkoholische Getränk von unserer Insel. Es war noch so schön in Blasenfolie eingepackt, sozusagen zwei Geschenke in einem...  Da können sich Made und mein Mann wohl die Hände reichen. Die Flasche wurde dann sofort in den Kühlschrank gelegt für eventuellen späteren Genuß...


Made’s Cousin, der mit seiner Frau dem kleinen Sohn auch im Haus wohnt, kam von der Arbeit und strahlte, als er uns sah. Er setzte sich sofort zu uns und aß und plauderte mit uns. Das Essen war wieder einmal sehr lecker: Grillfisch, Sate mit Erdnußsoße und Reis. Made fuhr uns spät Abends dann zurück ins Hotel, begleitet von drei süßen Kindern, die in der Zwischenzeit schon recht aufgetaut waren: Mades Töchtern und Dede, dem Sohn von Mades Cousin. Das war wiedermal ein wunderschöner Auftakt für einen gelungenen Bali-Urlaub.


 

Wir hatten uns für den nächsten Tag mit Made am Strand verabredet. Wir schliefen sehr lange in unserem herrlichen Himmelbett, hatten dann das übliche Frühstück und... ab ging es zum Strand. Made wartete schon auf uns, und wir setzten uns wieder unter dieselbe Palme wie beim letzten Mal, tranken Tehbotol bzw. Bier und erzählten. Ich wollte gerne mal zu dem Garuda Wisnu Kencana Cultural Park (GWK), und da dies nicht so weit zu fahren ist, könnte man ja vielleicht einen Familienausflug machen, falls es für Nengah mit dem dicken Bauch nicht zu anstrengend ist. Ich besprach dies mit Made, und er wirkte etwas ungläubig, als ich vorschlug mit Nengah und den drei Kindern zu fahren. Anschließend könnten wir dann noch zum Uluwatu-Tempel mit den vielen Affen fahren. Dies wird sicher sehr lustig, und es haben alles etwas davon. Made war einverstanden, wollte aber noch mal mit seiner Frau sprechen.

Nun mussten wir erst einmal dringend Geld tauschen. Vom letzten Mal wussten wir, dass wir die Euro - Travelerchecks nur bei der BNI - Bank tauschen können. Made wollte uns hinfahren. Also los. Direkt hinten auf dem Hof der Bank geparkt im Schatten. Wir hatten letztes Mal mit dem Moped an der Straße gestanden, weil wir nicht wussten, dass die Durchfahrt am Gebäude zum Parkplatz führt. Touristen !

Made wartete vor der Bank, während wir drinnen an einem offensichtlich geöffneten Schalter von der dahinter sitzenden Dame die Auskunft bekamen, dass Euro-Schecks nur bis 15:00 umgetauscht werden können. Na toll. Es war kurz nach 15:00! Morgen haben wir unsere kostenlose Tagestour vom Reiseveranstalter, und danach ist Sonntag. Aber sie war nicht zu überreden, ignorierte uns und machte einfach ihre Arbeit weiter.

Wir gingen raus, erzählten Made davon, und während wir noch überlegten, welche Bank wir jetzt ansteuern, fiel meinem Mann das Schild mit den Öffnungszeiten auf, dass vorm Fenster hing. Wir sahen wohl alle etwas ungläubig aus, als Made uns die Wörter vor der „16:00“ mit „geöffnet bis“ übersetzte. Jetzt waren wir verständlicherweise richtig sauer. Mein Mann nahm das Schild, und wir gingen in die Bank. Diesmal kam Made mit. Mein Mann versuchte der Dame klarzumachen, dass hier etwas nicht stimmt. Aber zusammen mit Mades Übersetzungen war alles, was wir erreichten, die Auskunft, dass Euro-Schecks nur bis 15:00 angenommen werden dürfen. Also sind wir dort richtig sauer wieder raus, weil wir uns richtig veralbert fühlten.

Das ist uns wirklich noch nie passiert. Also sind wir wieder ins Auto gestiegen, ein Stück weiter gefahren und haben einfach mal bei dem nächsten Moneychanger angehalten. Ich bin sehr skeptisch hineingegangen und habe gefragt... und... No Problem! Ich glaube, Made plumpste ein Riesenstein vom Herzen, so erleichtert sah er aus. Wir gaben Made davon gleich etwas Geld, um sein Auto reparieren zu lassen und neue Reifen zu kaufen, was er sofort für den nächsten Tag einplante. Dann trennten wir uns, und Made fuhr zum Strand zurück. Er drückte sich zwar so aus, als ob er uns gerne begleiten würde, weil sowieso nichts zu tun ist, aber da wir ein wenig einkaufen und durch die Gegend bummeln wollten und zudem noch wussten, wie gerne der liebe Made zu Fuß geht, hielten wir dies für keine gute Idee. Wir verabredeten eine Abholungszeit von 11:00 für die übermorgige Tour zum GWK-Park (Ni Luh hat bis 10:00 Schule), da wir morgen unsere vom Veranstalter gesponserte Ganztagestour machen.

 

 

Wir gingen erst einmal auf die Suche nach einem netten Restaurant und bogen von der Hauptstraße, die wir schon so oft langgegangen sind in eine kleine aber uns auch bekannte Nebenstraße, wo wir sogleich von zwei jungen Männern angesprochen wurden, in ihrem Restaurant zu essen. Warum nicht ? Es ist ein schönes Lokal mit zwei ziemlich großen Fernsehern mit gerade laufendem Surf-Film, und außer uns sitzt nur noch ein Pärchen dort. Das Essen ist total lecker, chinesisch mit balinesischer Note. Als wir mit dem Essen fertig sind kommt ein netter Mann zu uns und fragt uns freundlich, ob wir zufrieden sind und alles geschmeckt hat. Klar, wir sind begeistert. Er ist der Besitzer und hat nämlich erst vor fünf Tagen das Restaurant neu eröffnet, da alles zerstört war. Zerstört durch die Bomben ? Hier ? Wir waren echt perplex, wähnten wir doch den Ort des schrecklichen Attentats vom 12.10.02 viel weiter weg. Er geht weg und kommt mit Fotoalben wieder.

Schreckliche Fotos, alles in Schutt und Asche. Von allem anderen, was man sehen konnte mal ganz zu schweigen. Wir sind wirklich erschüttert. Aber der Hammer kommt erst, als er uns mit nach oben in das zweite Geschoß nimmt. Dies wird auch Restaurant, nur überdacht und sonst ringsum offen. Er zeigt auf die freie Stelle zwischen seinem und dem nächsten Gebäude: Hier stand der Sari-Club ! Ich habe so eine Gänsehaut bekommen. Da gehen wir direkt dran vorbei und ausgerechnet in diesem Restaurant essen und bekommen von allem nichts mit. Jetzt sahen wir auch die neuen Häuser ringsum, neugedeckten Dächer, Baustellen oder eben auch Ruinen und das Mahnmal mit allen Namen auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Es ist schon traurig genug, so grausige Nachrichten im Fernsehen zu erfahren, aber dann direkt vor Ort damit konfrontiert zu werden, ist viel schlimmer. Agung erzählte von dem Selbstmörder mit der kleineren Gürtelbombe in der Diskothek und der zweiten großen Bombe im Kleinbus auf der Straße, die hochging, als die Leute aus den Häusern stürmten. Er beschrieb den Krater... und dass er gerade 10 Minuten von dort weg war, als sein Telefon klingelte, er wieder hinfuhr und nur Rauch sah. Er hat sieben Tage durchgearbeitet und geholfen bei den Aufräumarbeiten...  Agung erklärte es etwas genauer, aber ich glaube, man muß das nicht aufschreiben. Es war einfach erschütternd, und ich musste mit den Tränen kämpfen. Wir versprachen ihm, für sein Lokal Werbung zu machen und nahmen ein paar Flyer mit. Das Restaurant liegt in Poppies Lane II und heißt "Ratu Restaurant", und das Essen dort ist wirklich super lecker!!!


Dann gingen wir zu dem Mahnmal und lasen uns die Namen und Nationalitäten durch. Es lagen frische Blumen davor, und auch ein Foto mit persönlicher Widmung war dabei... Wir gingen am Strand zurück Richtung Hotel und hingen beide unseren Gedanken nach. Dann fing es auch noch an zu regnen, wobei der Schirm nicht wirklich viel nützte.

 

 

Da im Februar die neuen Visa - Bestimmungen eingeführt wurden und diese mit zusätzlichen Kosten und teilweise langen Wartezeiten für die Touristen verbunden sind, bietet unser Veranstalter dafür einen kostenlosen Ganztagesausflug an. Wir hatten uns einen ausgesucht, an dem wir noch einmal zu dem Batu Karu-Tempel fahren können, der so schön versteckt im Dschungel liegt. Wir wurden also vom Hotel mit einem Kleinbus abgeholt und waren insgesamt 8 Leute, eine nette Truppe, war ziemlich lustig. Zuerst ging es zum Schmetterlingspark, in dem wir die Exemplare leider nur von weitem und nur vereinzelt sahen. 
Weiter dann zum Batu-Karu-Tempel im Regen mit Regenschirmen, aber barfuß, weil ich mir sonst meine Schuhe ertränkt hätte. Regenwald im Regen ! Es hat zwar richtig gegossen, aber das machte den Blick auf den Tempel zusammen mit den nassen Bäumen nur noch schöner. Zur Mittagszeit gab es Buffett in einem hoch gelegenen Restaurant mit schönem Blick auf die Reisterassen.

 

 

 

Auf der Rücktour besichtigten wir die Tempelanlage Pura Taman Ayun, die eher einem riesigen schönen Park glich. Der Nachteil einer solchen geführten Ausflugsfahrt ist eben die zeitliche Einschränkung. Dort in der Tempel Parkanlage hätten wir noch eine ganze Weile wandern und sitzen mögen. Es war so ruhig, gepflegt und schön.

 

Den Abschluß dieser Tagestour bildete der Sonnenuntergang am Tanah Lot-Tempel.
Nachfolgendes Foto zeigt die Umgebung am Tempel Tanah Lot.

 

 

Am nächsten Tag wollten wir unseren "Familienausflug" zum Garuda-Wisnu-Park machen...
Der nette junge Mann von der Rezeption rief an und bestellte uns, dass wir dort erwartet würden. Made war etwas später dran, aber eigentlich hatten wir damit gerechnet, zumal Ni Luh noch bis 10:00 Schule hatte. War schon lustig, als wir zur Rezeption kamen, und dort ein gut gefüllter Kleinbus auf uns wartete. Made ging mit Andreas ums Auto und zeigte ganz stolz die neuen Reifen. Alle hatten sich so schick gemacht, und ich hatte mir gar keine Mühe gegeben...

 

Die Männer saßen wieder vorn. Ich setzte mich nach hinten und hatte so den vollen Überblick. Nengah meinte, ich solle mich neben sie setzen, aber da saßen drei kleine Kinder, die nicht den Eindruck machten, dass sie diesen Platz neben ihrer Mama freiwillig aufgeben würden. Außerdem konnten sie so ja viel besser mal nach hinten Scherze machen und mal nach vorne. 

 

 

 

War eine sehr lustige Autofahrt. Im GWK-Park angekommen wurden erst einmal Getränke und Knabberzeug gekauft. In den Medien habe ich von diesem Park noch nichts gehört. Eigentlich sehr verwunderlich, wird doch die Statue, die dort errichtet wird, die Freiheitsstatue in New York in den Schatten stellen. Die Höhe wird 140 m betragen und an ihrem höchsten Punkt 283 m über dem Meeresspiegel sein. Darstellen wird sie den Hindu-Gott Wisnu, der auf dem Garuda-Vogel reitet.

 

Diese Größe kann man sich kaum vorstellen. Erst recht, nachdem wir einen riesigen Teil davon gesehen haben, der aber eigentlich nur ein kleiner Teil ist, nämlich der Kopf des Garuda! Die Fertigstellung ist angeblich für 2005 angesetzt, aber das halte ich für ein Gerücht. Das wäre dann schon nächstes Jahr, und wir haben dort niemanden bauen sehen. Aber es ist jetzt schon eine sehr schöne und sehr gepflegte Anlage. Später wird sie für Veranstaltungen und Konzerte genutzt werden. Wir haben uns eine ganze Weile dort aufgehalten, viele Fotos gemacht und öfter mal etwas zu trinken oder zu knabbern für die Kleinen und auch mal für uns gekauft.

 

 

 

Anschließend sind wir zum Uluwatu-Tempel gefahren. Mittagszeit war schon überschritten, und mein Mann hatte wieder einmal Hunger. Günstigerweise gab es dort Sate’ und Made orderte gleich ein paar Portionen zusammen mit Reis und Erdnußsoße. Frisch gestärkt gingen wir dann zum Tempel.Nengah durfte als schwangere Frau nicht mit und wartete am Auto. Für die Affen kauften wir Erdnüsse, die dann aber die Männer in Verwahrung nahmen. Ich hatte mit dem Fotoapparat zu tun, und den Kindern hätten sie die Tüten sofort gemopst. Sie nahmen die Erdnüsse ganz vorsichtig aus den Fingern, aber wenn man ihnen keine gab, wurden sie etwas frech, und man musste laut werden und sie wegscheuchen. Für die Lütten war das natürlich sehr aufregend.

 

 

Ni Luh versteckte sich lieber kreischend hinter meinem Mann oder mir, Ni Made freute sich, klammerte sich aber sofort ängstlich an Papa, als sich ein Affe neben sie setzte und ihr die Hand "erdnußfordernd" aufs Bein legte. Und Komang schien gar nicht ängstlich zu sein. Er saß auf Papas Schoß und beobachtete alles sehr interessiert. Der Tempel steht auf einer sehr hohen Klippe, und der Schutz vor dem Absturz ist für die kleinen Mäuse nicht wirklich ein Schutz. Also passte Made auf seinen Sohn auf, mein Mann auf Ni Luh und ich auf die kleine Made.

 

 

Das war auch wirklich nötig, denn besonders ehrfürchtig vor der großen Höhe waren sie nicht. Wir sind die Erdnüsse natürlich schnell losgeworden, und zum Schluß waren die Mädchen schon etwas mutiger, ließen die Nüsse aber immer noch kurz vor dem Zugriff fallen. Auf der Rücktour kaufte Made in Jimbaran Fisch, weil wir zusammen bei ihm zu Hause essen wollten. Es war wieder ein rundum gelungener Tag. Die Kinder waren richtig aufgekratzt und erzählten immer wieder von den Affen. Sie waren jetzt gar nicht mehr schüchtern uns gegenüber, und wir fühlten uns vollkommen mit einbezogen.
 Das Essen war lecker und scharf wie immer. Es gab gegrillten und gebratenen Fisch, Reis und Gemüse, wobei das Gemüse aus Zwiebeln, Knoblauch, Chili und Limette bestand... und es war so schön, wenn das Brennen nachließ... Irgendwann fuhr Made uns dann zum Hotel mit derselben Begleitung wie das letzte Mal. Andreas saß wieder vorne und ich in zweiter Reihe mit Ni Made, Ni Luh und Dede. Allerdings waren sie nach kurzer Zeit eingeschlafen. Die süße Made lag auf halb acht und war kurz vor einem Absturz. Ich zog sie vorsichtig hoch, wobei sie sich dann richtig an mich kuschelte... Können wir nicht noch etwas weiter fahren?

 

 

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