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Reisanbau

Bali und Lombok waren die hauptsächlichen Reisproduzenten, bis Mitte des 20.
Jahrhunderts das Land rar wurde. Seitdem fördert die Regierung die Vielfalt im Anbau, besonders von Gütern wie Kaffee, Vanille, Nelken, Tabak und Zitrusfrüchten. Heute lebt das Land zunehmend vom Tourismus.

Die Bergseen, das freundliche Klima und die vulkanisch angereicherten Böden von Bali sind ideal für den Anbau von Reis (Oryza sativa). Obwohl das Farm- land der Inseln teilweise für andere Zwecke genutzt wird, bestimmen die Terrassen der Reisfelder die ländlichen Gegenden, und Reiskult und Kultivierung sind noch wie in der Jungsteinzeit.

Steile Terrassen machen die Mechanisierung schwierig und stellen ein besonderes Problem für den nassen Reisanbau dar - Wasser fließt weit unter den bebaubaren Land, in tiefen Felsschluchten. Die balinesische Lösung die noch aus dem 9.Jahrhundert nach Christus stammt, ist ein klug angelegtes, komplexes Netzwerk von Kanälen, Tunneln und Aquädukten, die Wasser aus Quellen hoch in die Berge zu Gemeinden, subak, leiten.

Die Reisfelder selbst sind Becken aus gepresster Erde, verstärkt mit verflochtenen Graswurzeln. Die Be-und Entwässerung der Felder erfolgt durch eine kleine Öffnung im Erdwall, die mit der Hacke geöffnet oder geschlossen wird. Das Wasser fließt durch Kanäle, die in einen Fluß führen wieder ab.

Mit Padi Bali bezeichnet man mehrere Arten von traditionell gezogenem Reis, einer hohen, starken Pflanze mit einem 210 Tage dauerndem Wachstumszyklus.

In den Reisscheunen die früher ein Bestandteil der Häuser auf Bali waren, werden die Reisbündel aus vorherigen Ernten gelagert. Diese sieht man heute aber eher selten.

Ablauf des Reisanbaus

Die Reissaat kommt in ein geschütztes Beet und während die Keimlinge reifen, bereiten die Bauern ihre Felder für die neue Bepflanzung vor.

Durch Fluten, Umpflügen und Ebnen werden die Pflanzenbecken vorbereitet.

Das Umpflanzen der Setzlinge geschieht dann von Hand. In bestimmten Wachstumsstadien werden die Felder dann abwechselnd geflutet und trockengelegt, um den Pflanzenwuchs zu fördern, und sie werden regelmäßig gejätet.

Bei der Ernte schneiden die Frauen die Halme mit einem kleinem Messer ab. Dieses verbergen sie in der Hand um die Reisgöttin durch den Anblick nicht zu ängstigen.

Ertragreiche Reissorten werden noch vor Ort gedroschen und dann in Säcken zu einer Reismühle gebracht. Andere Reissorten werden auf den Halmen gelassen und werden zum Gebrauch in den Reisscheunen gelagert.

Nach der Ernte werden die Felder abgebrannt und es entsteht eine den Boden schützende Ascheschicht.

Reisfeld Zeremonien

Von den Bauern auf Bali werden während wichtiger Stadien des Wachstums auf den
Reisfeldern Opfer dargebracht. Diese Rituale spiegeln die zentrale Bedeutung des Reisanbaus im traditionellen Leben auf der Insel wieder. Die ausführlichste Reisfeld Zeremonie findet statt, wenn das Reiskorn auf den Halmen Form annimmt. Ein kleiner Schrein zu Ehren von Dewi Sri, der Reisgöttin, wird in einer Ecke des Reisfeldes aufgebaut und mit von Hand hergestellten Palmblattgirlanden verziert.

Die Hindugöttin des Glücks, Dewi Sri, wurde in Bali mit dem Reisgeist des örtlichen Glaubens identifiziert, und sie wird in den Feldern, in der Kornkammer und im Reiskorb geehrt. Ihr Bild in Opfergaben und Textilien ist bekannt als Cili-Motiv. Nach der Tradition muß, nachdem das Essen gekocht ist, ein kleines Reisopfer dargebracht werden, bevor die Mahlzeit verzerrt werden kann.