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Balinesische Gottheiten

 

Die balinesischen Hindus glauben an einen einzigen und alleinigen Gott mit Namen Sanghyang Widdhi Waca, der in verschiedenen Manifestationen auftritt. Die drei wichtigsten Erscheinungsformen sind die Götter Brahma, Shiva und Wisnu, gemeinsam auch Trimurti genannt. Sie symbolisieren Geburt, Leben und Tod.

 Brahma ist die Verkörperung Gottes als Schöpfer der Erde und des Universums, Wishnu als Beschützer und Lebensspender und Shiva als Zerstörer und Gott des Todes. Daneben gibt es noch eine Vielzahl von niedrigeren Göttern wie z.B. Dewi Sri oder Dewa Ganesha. Dewa heißt Gott, Dewi ist die weibliche Form, also Göttin. Die Ahnen, die bereits ein Teil Gottes geworden sind, werden als Bhataras verehrt.

Des weiteren gibt es noch böse Götter, Hexen und Dämonen. Die bekannteste davon ist die diabolische Hexe Rangda. Und dann existieren noch eine große Anzahl von Dämonenfürsten und Königen, mystischen Fabelwesen und die Leyaks, Anhänger von schwarzer Magie und treue Gefolgsleute der diabolischen Rangda.

 

 

Einige Götter stammen aus der vorhinduistischen Mythologie der Bali-Aga, der Urbalinesen, sie wurden nach und nach in die Agama Hindu Dharma integriert. All diese Götter haben ihren Wohnsitz in Bali und bevorzugen dort die Gipfel hoher Berge. Mittelpunkt und heiligster Ort ist der Gunung Agung mit dem Muttertempel Pura Besakih. Im Gegensatz zu den "guten" Göttern leben die Dämonen und andere böse Individuen im Meer. Dies ist auch der Grund, warum die Balinesen es vorziehen, sich in gebührender Entfernung vom Meer niederzu- lassen. Da nach den Regeln der Hindu Dharma-Religion aber Gut und Böse zusammengehört und sich die Waage halten muß, werden in Bali sowohl den guten wie auch den bösen Göttern Opfer gebracht. Wenn zum Beispiel an gefährlichen Kreuzungen kleine

 

Nachstehend eine kleine Aufzählung von einigen balinesischen Göttern, Dämonen Fabelwesen.

Brahma

Brahma ist der Schöpfer der Welt und des Universums. Er war in alten Zeiten der höchste hinduistische Gott, steht aber heute auf gleicher Stufe wie Shiwa und Wisnu. Von ihm stammt auch die Einteilung der Hindus in verschiedene Kasten. Brahma ist das kreative Element in Balis traditioneller spiritueller Kultur. Seine Frau ist Dewi Saraswati. Brahmas Tempel ist der Pura Desa, das kulturelle Zentrum in jeder balinesischen Gemeinschaft. Auf Bildern und als Statuen sieht man Brahma häufig mit einem prächtig geschmückten Zepter in der Hand auf einem Schwan reiten. Seine Symbolfarbe ist Rot.

Wisnu

Wisnu ist der Erhalter und der Welt und der Lebensspender aller auf Erden lebenden Wesen. Von allen Hindu- Göttern ist er der humanste und barmherzigste und hat die Fähigkeit, sich frei zwischen dem Himmel der Götter und der Welt der Menschen zu bewegen. Hierzu benutzt er den legendären Göttervogel Garuda. Bereits neunmal kam Wisnu in schweren Zeiten als Krishna in menschlicher Gestalt auf die Erde, um die Welt zu retten. Eine weitere Reinkarnation von Wisnu ist Rama. Wisnu wird auf Stauten meist mit einer Diskusscheibe, einer Lotusblume, einer Muschel und einer Axt dargestellt. Seine Gattin ist die Reisgöttin Dewi Sri. Wisnu wird im Pura Peseh-Tempel verehrt und angebetet. Seine Symbolfarbe ist schwarz.

Shiwa

Shiwa ist der Zerstörer der Welt, er bringt den Menschen den Tod, reinigt sie dadurch aber gleichzeitig von allem Bösen. Ihm ist der Pura Dalem, der Totentempel, geweiht. Seine Frau ist Dewi Parwati, die Tochter des Himalaya- Gebirges und die Schwester des Ganges. Shiwa soll die beiden Vulkane Agung und Batur nach Bali gebracht haben und auf der Spitze des Batur wohnen. Er reitet auf dem Stier Nandi, der gleichzeitig sein Freund, Diener und Musikant ist. Shiwa’s Symbolfarbe ist weiß. Oft wird er mit Totenschädeln als Kopfschmuck und Schlange, die sich um seinen Körper winden, dargestellt.

Garuda

Der Garuda ist ein mysthischer, gigantischer, adlerähnlicher Vogel, der dem Gott Wisnu als Transportmittel dient. Der Legende nach war Garuda einstmals ein Sklave der beiden Nagas, riesiger Unterweltsschlangen. Er konnte ihnen entfliehen und kam in den Himmel, wo er einen Zaubertrank entwendete, der ihm Unsterblichkeit verlieh. Nun stand er auf gleicher Höhe wie die Götter, die davon sichtlich beeindruckt waren. In vielen balinesischen Häusern kann man aus Holz geschnitzte Garudas sehen, die vor Feuer schützen sollen. Der Garuda ist das Wappentier Indonesiens und die größte indonesische Fluggesellschaft trägt seinen Namen.

Dewi Saraswati

Die Frau Brahmas, Dewi Saraswati, ist die Göttin der Weisheit, der Literatur und der Kunst. Sie hat vier Arme und trägt in jeder Hand ein Geschenk für ihre Verehrer: Weisheit, symbolisiert durch ein traditionelles Lontar-Buch (Buchaus Palmblättern), Frömmigkeit, versinnbildlicht durch eine zur Sonne gewandte Blume, Kreativität in Form eines Musikinstrumentes und Meditation, verkörpert durch eine Gebetskette. Sie wird meist auf einer Lotusblüte stehend dargestellt, zusammen mit ihrem spirituellen Transportmittel, einem großen weißen Schwan, dem Symbol für Reinheit und Freiheit.

Dewi Sri

Dewi Sri, die Frau Shiwas, ist eine der wichtigsten hinduistischen Göttinnen Balis. Sie ist die Göttin der Fruchtbarkeit und beschützt und nährt die Reisfelder. Ihr Name bedeutet Göttin des Glanzes, und sie wird in besonderem Maße von den Reisbauern verehrt. Wenn die erste Reisernte eines Jahres geerntet wird, nimmt Dewi Sri die Gestalt von Reiskörnern an. Reiskörner werden als Verkörperung Shiwas angesehen. Dewi Sri ist die einzige der Hauptgott heiten, deren Ursprung nicht im indischen Hinduismus liegt, sondern auf den vorhinduistischen Animismus der Urbalinesen zurückzuführen ist. Für die Balinesen ist der Reis lebensnotwendig, deshalb bitten sie Dewi Sri um eine reiche Reisernte.

Dewi Sri wird auch manchmal auch Dewi Cili genannt, was aber nichts mit dem scharfen Gewürz zu tun hat, sondern auf die Fruchtbarkeit von Mutter Erde Bezug nimmt. Zur Erntezeit werden Bündel von geschnittenen Reishalmen so in der Mitte zusammengebunden, daß sie die Form von Sanduhren, von den Balinesen Dewi Cili genannt, annehmen. Diese Form des doppelten Dreiecks findet man in vielen Opfergaben, Ornamenten usw. wieder. Der Reis ist für die Balinesen von immenser Bedeutung, ist er doch ihre Hauptnahrung, aus der sie Lebenskraft und Energie zur Aufrechterhaltung ihrer spirituellen Kultur schöpfen.

Dewi Parwati

Dewi Parwati, die Frau Shiwas, tritt in verschiedenen Gestalten auf, die unterschiedliche Aspekte ihrer göttlichen Kraft symbolisieren: Als Dewi Uma ist sie die wohltätige Göttin des Lichtes und der Schönheit, als Dewi Durga die Göttin des Todes und der Zerstörung und als Göttin Kali die grausamste, blutgierigste Gottheit, die der Hinduismus kennt.

 

 

Dewi Durga

Die Todesgöttin Dewi Durga ist eine der Erscheinungsformen von Dewi Parwati. Sie zeugte mit Shiwa den und wird oft mit zehn Armen dargestellt. Ihre Statuen werden in den Todestempeln (Pura Dalem) aufgestellt. Ein wunderschönes Steinrelief von Durga kann man im Pura Bukit Dharma in Kutri (kurz vor Gianyar) besichtigen. Dieser Tempel gilt als das bedeutendste Heiligtum der Todesgöttin und stellt die Verbindung zu den Mächten der Unterwelt dar. Als böse Hexe Rangda ist sie die Erzfeindin des Barong, Balis hochgeschätzten und geliebten Beschützers.

Dewi Durga verbildlicht in ganz besonderem Maße den balinesischen Glauben an ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Gut und Böse. Danach ist die Welt zweigeteilt, was in Gegenüberstellungen wie Tag und Nacht, Sonne und Mond, Wasser und Feuer, Götter und Dämonen, Leben und Tod usw. zum Ausdruck kommt. Hell und Dunkel, Gut und Böse, das Eine ist genauso wichtig wie das Andere, und nur eine ausgeglichene Balance zwischen beiden macht eine Existenz möglich.

Dewa Ganesha

Dewa Ganesha ist einer der von Shiwa und Durga gezeugten Gottheiten. Er ist der Gott des Haushaltes und des Besitzes und gilt als sehr weise, intelligent und gebildet. Vor größeren Vorhaben bitten die Balinesen Dewa Ganesha um gutes Gelingen.

Ganesha - Zeichnung von Dewa

Ganesha - Zeichnung von Dewa

 

Nach der Überlieferung soll Dewi Durga ihren Sohn Ganesha aus ihrem Schweiß geboren haben. Nach der Geburt wollte sie ein Bad nehmen und beauftragte Ganesha, Wache zu halten und niemanden hereinzulassen. Als Shiwa, der Ehemann Durgas, nach Hause kam, verweigerte ihm Ganesha den Zutritt, da er nicht wußte, daß dies sein Vater war. Da schlug der erzürnte Shiwa dem ungebetenen Eindringling den Kopf ab. Als Durga aus dem Bad kam und sah, was geschehen war, fing sie verzeifelt an zu schreien und erklärte Shiwa, was er getan hatte. Daraufhin ergriff Shiwa den erstbesten Kopf, der sich in der Nähe befand, und setzte ihn auf Ganesha. Dieser Kopf war der eines Elefanten.

 

 

 

Dewi Danu

Sie ist die Göttin des Wassers, der Seen und Flüsse. Nach einer alten Legende soll der Felsen, auf dessen Ende der Tempel Pura Ulu Watu steht, das Schiff von Dewi Danu sein. Sie wird ganz besonders von den Bewohnern rund um den Batur- und Bratan-See verehrt, da diese das Wasser der Seen zur Bewässerung der Reisfelder benötigen. Am Ufer des Bratan-Sees ist Dewi Danu ein Tempel geweiht. Die Reisbauern aus Süd-Bali pilgern hierher, um der Göttin Opfer zu bringen und sie zu bitten, ihre Felder auch weiterhin mit dem lebensnot- wendigen Wasser zu versorgen. Weiter auf der nächsten Seite.

 

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