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Tenganan
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Auch ansehen sollte man sich das Dorf Tenganan. Hier leben noch Bali
Aga, die Ureinwohner Balis. Es sind Animisten, die an Naturgottheiten
glauben. Seid Jahrhunderten sind sie ihren Traditionen treu geblieben.
Sie leben nach strengen Regeln und geheiratet wird nur
innerhalb des Dorfes.
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Sieht man das Dorf, fühlt man sich wie in eine andere Zeit versetzt.
Zwei gestampfte Lehmwege sind gesäumt von Gehöften hinter Mauern,
in der Mitte befinden sich offene Bales ( Pavillons ). Das Dorfleben ist
weitgehend unbeeinflusst von der modernen Welt wie wir sie kennen.
Einzig und allein die Verkaufsstände weisen auf eine touristische
Anpassung hin. Die ca.300 Einwohner Tenganans flechten Körbe, stellen Doppel-Ikats her und beherrschen vorzüglich das Kopieren
altbalinesischer Texte auf Lontar Palmblättern. Die Bali Aga pflegen ihr
Kunsthandwerk, ihre Ritten und Zeremonien.
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Versammlungshalle in Tenganan
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Ihre Tradition bewahren sich die Bali Aga durch besonders strikte
Regeln, die den Zuzug Fremder ausschließen. Die weiten Reisfelder
werden von den Balinesen aus den Nachbardörfern bestellt. Mit etwa
1000 Hektar Land ist Tenganan eine der reichen Kommunen auf Bali.
Sie ist öffentliches Eigentum, da es keinen privaten Landbesitz gibt.
Am Eingang des Dorfes entrichtet man eine Spende.
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Nach einer alten Überlieferung verlor der König von Bedaulu im
14. Jahrhundert sein geliebtes Pferd, und er versprach dem, der
es ihm wiederbrachte, eine hohe Belohnung. Die Männer von
Tenganan machten sich auf die Suche und fanden schließlich in
Ost-Bali nur noch den Kadaver des Pferdes. Sie baten den König,
ihnen als Belohnung all das Land zu geben, in dessen Umkreis
das tote Pferd noch zu riechen war. Ein Beamter des Königs, der
eine besonders gute Nase hatte, ritt mit den Männern von Tenganan
über das Land. Doch überall, wohin sie kamen, war der Geruch des
toten Pferdes noch wahrzunehmen. Der Beamte gab schließlich
verzweifelt auf und kehrte an den Hof des Königs zurück.
Die Männer von Tenganan gingen zufrieden nach Hause. Der
Dorfälteste hatte unter seinem Sattel ein Stück verwesendes
Fleisch versteckt. So kamen die Bali Aga zu ihrem weitläufigen
Landbesitz.
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Wie die Bali Aga von Tenganan ihr Land bekamen
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